4.3 Kritik

4.3 Kritik

Ästhetische Ideale und typografische Gestaltungsmodelle sind essenziell in einer Branche, die ihr Produkt als Kulturgut und überwiegend in Form von Text verkauft – unabhängig davon, ob dieses Produkt in gedruckter oder digitaler Form seine Zielgruppe erreicht. Die Umfrageergebnisse offenbaren jedoch, dass deutschsprachige Publikumsverlage keinen übermäßigen Wert auf die Typografie ihrer digitalen Publikationen legen, beispielsweise entscheiden sie sich mehrheitlich für die Open Source-Schriftfamilie DejaVu. Zwar sind die typografischen Gestaltungsmöglichkeiten in E-Books im Vergleich zum Buch deutlich eingeschränkt, gleichzeitig bieten digitale Lösungen neue Designoptionen, die es seitens der Herstellungsabteilung zu erproben gilt. Verwunderlich ist ein gewisses Defizit hinsichtlich der Ästhetik von E-Books allerdings nicht, schließlich gehört die Produkt- beziehungsweise Formatentwicklungskompetenz, zu der auch eine typografische Komponente zählt, bisher nicht zu den Kernkompetenzen deutschsprachiger Publikumsverlage.

4.3.1 Schriftauswahl

Viele Verlagshersteller halten die Schriftauswahl in den Leseumgebungen laut Umfrage für ausreichend – in Anbetracht der Klassifizierung, der Entstehung und des Alters der zur Verfügung stehenden Schriften ist diese Haltung zumindest überraschend: Einige erfüllen die ermittelten Kriterien der Lesbarkeit und die hohen Ansprüche im Hinblick auf das lineare Lesen in einem E-Book überhaupt nicht. In allen Leseumgebungen stehen beispielsweise serifenlose Schriften zur Auswahl, die auch für das Lesen langer Texte auf Papier keine gute Wahl wären: Futura und Helvetica (beide Kindle von Amazon), San Francisco und Seravek (beide iBooks von Apple), Fira Sans und Source Sans Pro (beide Tolino von Tolino). Bei anderen Schriften ist die x-Höhe zu groß (Iowan Old Style, iBooks; Droid Serif, Tolino), der Strichstärkenkontrast zu hoch (Times New Roman, iBooks; Baskerville, Kindle) oder die Buchstabenform zu detailliert oder eigenwillig (Palatino, Kindle und iBooks; Caecilia, Kindle). Überzeugend im Sinne der Lesbarkeit sind uneingeschränkt lediglich Bookerly (Kindle), Charter, Georgia und Athelas (alle iBooks), Bitter und Vollkorn (beide Tolino).

Bei den auswählbaren Schriften, insbesondere denen der Leseumgebungen von Amazon und Apple, handelt es sich zudem um wenig moderne, zeitgemäße Schriften. Sie stammen überwiegend aus der Zeit des Handbleisatzes, wurden für den Druck geschnitten, für den Maschinensatz zugerichtet, dann wiederum für den Fotosatz bearbeitet und anschließend für die heute übliche Verwendung in Satz- und Layoutprogrammen digitalisiert.1 All diese alten Schriften (…) erfüllen die hohen Ansprüche an die Leserlichkeit auf mobilen Lesegeräten überhaupt nicht.2 Wenngleich die größtenteils klassischen Buchschriften allesamt für das Lesen am Bildschirm optimiert wurden, überschreiten diese Anpassungen nachvollziehbar nie die Grenzen charakteristischer Schrift- oder Schnittmerkmale, die einerseits wenig zeitgenössisch sind und unter Umständen einer idealen Lesbarkeit am Bildschirm anderseits widersprechen. Die von Amazon entwickelte Bookerly stellt diesbezüglich eine Ausnahme dar: Sie wurde für das Lesen von E-Books entwickelt und hat gute Eigenschaften für das Lesen am Bildschirm.3

Die Einstellungsmöglichkeit der Schriftart ist unter den aktuellen Gegebenheiten und aus ästhetischer Perspektive negativ zu beurteilen: Leser sind keine Schriftexperten; Sie können die typografische Qualität einzelner Schriften nicht beurteilen. Zudem spielt die Möglichkeit der Schriftauswahl als Verkaufsargument für E-Books laut Umfragen keine besondere Rolle.4 Die Selektion einer Schrift und auch die Komposition einer Auswahl sind immer ästhetische sowie komplexe und daher Experten vorbehaltene Entscheidungen: Schrift nimmt Bezug zum Inhalt, jede Schriftwahl ist Interpretation, »neutrale« Schriften kann es nicht geben.5 Die Wahl einer im Sinne des linearen Lesens ungeeigneten Schrift generiert beim Rezipienten im ungünstigsten Fall sogar ein unerwünschtes Erlebnis negativer Leseerfahrung.6 Dass Leser trotzdem über die Entscheidungsgewalt der Schriftwahl in Anbetracht derart miserabler Schriftrepertoires verfügen und die Ästhetik des verlegerischen Produktes damit maßgeblich beeinflussen, ist aus Sicht der Publikumsverlage gänzlich inakzeptabel.

4.3.2 DejaVu

In der Herstellung digitaler Publikationen fällt die überwiegende Anzahl qualitativer, haptischer Auszeichnungsmerkmale, wie sie Publikumsverlage bei der Produktion gedruckter Bücher gewohnt sind, der einheitlichen Darstellung von E-Books zum Opfer: Kein Format, kein Papier, kein Lesebändchen garantiert eine hochwertige Publikation – E-Books sind hinsichtlich ihrer Form grundsätzlich austauschbar.7 Die Bedeutung der Schrift als sichtbares Qualitätsmerkmal inklusive Differenzierungs-, Wiedererkennungs- und Identifikationspotential wächst im Bereich des digitalen Publizierens entsprechend: Bewusst auf Typografie (…) zu setzen ist eine der wenigen gestalterischen Differenzierungsmöglichkeiten, die Verlage haben.8 Eine fundiert ausgewählte und intelligent eingesetzte Leseschrift kennzeichnet schließlich nicht nur das jeweilige Digitalprodukt im Unterschied zu anderen, sondern auch den publizierenden Verlag in Abgrenzung zu konkurrierenden, verlegerischen Institutionen – auch Self-Publishern. Mit einer angenehm lesbaren, aber charakteristischen Schrift könnten Verlage Leser an sich binden9, gegebenenfalls sogar innerhalb eines umfassenden Corporate Designs zur Förderung der Markenbildung. Eine solche typografische Identität ist für Publikumsverlage mit dem Schwerpunkt auf belletristischer, insbesondere erzählender Literatur aus mehreren Gründen von besonderer Relevanz: Die publizierten Inhalte liegen beinahe ausschließlich in Gestalt von Schrift und in Form von Text vor; Ein Feinumbruch ist durch die flexible, automatische Anpassung im Reflowable Layout beziehungsweise Responsive Design nicht möglich; Eine typografische Identität suggeriert innerhalb eines Formatmix aus gedruckten und digitalen Publikationen eine typografische Einheit.10

Speziell große, deutschsprachige Publikumsverlage mit einem jährlichen Publikationsumfang von bis zu 500 E-Books unterschätzen das Potential typografischer Identität durch eine individualisierte Schrift. Sie verwenden laut Umfrage beinahe kollektiv dieselbe zusätzliche Schriftfamilie für ihre E-Books: die DejaVu. Ihr mittlerer Strichstärkenkontrast sowie ihre hohe x-Höhe entsprechen zunächst den mikrotypografischen Schriftanforderungen für das Lesen am Bildschirm. Demgegenüber überwiegen jedoch die Nachteile im Zusammenhang mit der Open-Source-Lizenz: Die DejaVu wird lediglich langsam weiterentwickelt; Für das lineare Lesen, insbesondere auf eInk-Displays, ist die Schriftfamilie nicht optimiert beziehungsweise gehintet; Ihr fehlen außerdem die technischen Spezifikationen für erfolgreiches Rendering.11 Mag die DejaVu auch den mikrotypografischen Anforderungen entsprechen – das Potential bezüglich technischer Spezifikationen und hinsichtlich typografischer Identität schöpft sie längst nicht aus.

All dieser Nachteile zum Trotz führen Publikumsverlage zwei Argumente für die Wahl der DejaVu ins Feld: die umfangreiche Zeichenabdeckung der gut ausgebauten Schriftfamilie und deren freie, kostenlose Verfügbarkeit. Diese Kriterien erfüllen zunächst auch die Linux Libertine und außerdem die vor Kurzem veröffentlichte Noto von Google – letztere deckt 583 Sprachen aus 237 Regionen ab.12 Offenbar spielt die Glyphenanzahl insbesondere für Publikumsverlage mit belletristischem Schwerpunkt und vielen mehrsprachigen Titeln tatsächlich eine erhebliche Rolle.

Frank Rausch bezweifelt die Authentizität dieser Argumentation sowie die diesbezügliche Alternativlosigkeit der DejaVu dennoch: Ein extrem großer Zeichenumfang sei für die allermeisten Verlage hierzulande (…) kein relevantes Kriterium, da die übliche Abdeckung europäischer Schrift- und Zeichenräume professionell vertriebener Schriften ausreiche.13 Auch das Schriftangebot der Foundries erfüllt demnach den Anspruch hinreichender Glyphenanzahl sowie befriedigender Lesbarkeit und garantiert darüber hinaus ein optimiertes Schriftbild durch technische Spezifikationen im Hinblick auf Hints und Rendering und zusätzlich eine Beratung bei der Schriftauswahl – das Argument der Abdeckung scheint also zunächst nicht haltbar.14

Die Verwendung einer kostenlos verfügbaren Open-Source-Schrift hat selbstverständlich ökonomische Vorteile, schließlich werden Ausgaben für Schriftlizenzen eingespart. Allerdings haben Verlage eine moralisch-ethische Verantwortung gegenüber Schriftdesignern als Schöpfer eines aufwendigen, künstlerischen Produkts und Anbieter eines kulturellen Gutes mit ästhetischem Wert – durchaus vergleichbar mit dem Werk eines Autors. Verlage profitieren als kommerzielle Anbieter – auch im Falle einer Open-Source-Lizenz – vom Design einer Schrift und sind grundsätzlich dazu verpflichtet, diese angemessen zu honorieren.

In Anbetracht ausgabengebundener Lizenzverträge ist eine solche, adäquate Bezahlung allerdings schlichtweg ausgeschlossen. Die Forderungen der Foundries sind angesichts der Menge digitaler Publikationen geradezu utopisch: 15 der 36 Publikumsverlage, die an der Umfrage teilgenommen haben, veröffentlichen mehr als 150 E-Book-Neuerscheinungen pro Jahr. Für jede Publikation werden Schriftlizenzen für sämtliche Schriftschnitte fällig – von den Neuauflagen veralteter Backlisttitel sogar noch abgesehen. Die Haltung deutschsprachiger Publikumsverlage belegt demnach zwar die Weigerung in kommerzielle, professionelle Schriften zu investieren, allerdings offenbaren gegenwärtige Lizenzbedingungen auch eine utopische Erwartungshaltung der Foundries gegenüber den Anbietern belletristischer Inhalte in Form von E-Books.

In diesem Dilemma zwischen dem Wunsch nach ausgereiften, professionellen Fonts und der gewissermaßen unfreiwilligen Verwendung alternativer Open-Source-Schriften besteht für deutschsprachige Publikumsverlage offensichtlich die zentrale Barriere auf dem Weg zu ästhetisch anspruchsvollen Publikationen und der Etablierung einer typografischen Identität. Straffe Lizenzbedingungen seitens der Foundries gegenüber verlegerischen Institutionen als Reaktion auf das Risiko des Fontmissbrauchs durch Leser entpuppen sich dabei als Nachteil für alle Beteiligten: Verlage bedienen sich nachweißlich überwiegend an Open-Source-Schriften, verspielen das Potential einer individualisierten Schrift und investieren nicht in kostenpflichtige Schriften, an denen die Foundries als kommerzielle Schriftanbieter wiederum verdienen würden.

4.3.3 Erfahrungsdefizit

Die Produkt- beziehungsweise Formatentwicklungskompetenz gehört bisher nicht zu den Kernkompetenzen verlegerischer Aktivität, insbesondere im Bereich des elektronischen Publizierens. Das Auslagern der E-Book-Produktion an spezialisierte Dienstleistungsunternehmen, das von vielen deutschsprachigen Publikumsverlagen praktizierte, sogenannte Outsourcing, ist daher zwar konsequent, verstärkt allerdings das in den Herstellungsabteilungen offenbar vorherrschende Wissens- und Erfahrungsdefizit bezüglich technischer Gegebenheiten und typografischer Gestaltungsmöglichkeiten in der E-Book-Produktion:

„Wenn man an die Gestaltung in einem EPUB denkt, ist es in 90% aller Fälle einfach ein Know-how-Problem – der durchschnittliche Verlagshersteller kann in der Regel kein CSS, er hat auch keine Vorstellung, wie weit die Gestaltungsmöglichkeiten im CSS-Layout in der Praxis gehen.“15

Die nachweislich illusorische, aber weit verbreitete Haltung gegenüber der Qualität der in den Leseumgebungen zur Verfügung stehenden Schriften (Die Schriften auf dem jeweiligen Reader reichen aus16) untermauert den Eindruck mangelhafter Fachkenntnis unter Herstellern.

Vor dem Hintergrund wachsenden Produktionsumfangs und steigender Umsatzzahlen von E-Books ist das Desinteresse in Bezug auf die technische Produktion digitaler Verlagspublikationen nur äußerst schwer nachvollziehbar.17 Das Wissen über umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten mithilfe verschiedener CSS-Stylevorgaben bleibt Herstellern deutschsprachiger Publikumsverlage damit ebenso verborgen wie positive Erfahrung durch gut gestaltete E-Books, beispielsweise mithilfe zusätzlicher Schriften oder ausgewogener makrotypografischer Eingriffe, die im Übrigen nicht vom Leser verändert werden können. Die fehlende Motivation ist insbesondere überraschend, da im E-Book grundsätzlich die gleichen typografischen Ideale und gestalterischen Regeln gelten wie auch auf Papier. Sie sind mithilfe einheitlicher, reproduzierbarer CSS-Dateien sogar unkomplizierter auf eine beliebige Publikationsmenge von E-Books übertragbar. Hersteller benötigen dazu mitnichten neues Handwerkszeug sondern lediglich spezielles Methodenwissen im Umgang mit den technischen Gegebenheiten des digitalen Publizierens, insbesondere dem CSS. Der handwerkliche Gestaltungsprozess und sein Anspruch an ein ästhetisch befriedigendes Ergebnis bleiben unverändert und werden durch semantische Textmarkierung und automatisierte Prozessabläufe sogar vereinfacht. Grundsätzlich gilt: Wer elektronisch publiziert, muss sich auch mit der publizierten Elektronik auskennen!

In den Augen der Hersteller gilt das Buch als letzter Nachweis ästhetischen Potentials und gestalterischer Qualität – demgegenüber sind die Einflussmöglichkeiten bei digitalen Publikationen vermeintlich gering. Das bereits besprochene Phänomen der Digitalisierungsangst passt in dieses Bild: Eine grundlegende Technikskepsis und ästhetische Befindlichkeiten produzieren jene emotionale Befangenheit, die eine fundierte, sachliche Auseinandersetzung über Gestaltungsmöglichkeiten in digitalen Publikationen blockiert und die Debatte über die Ästhetik des E-Books gänzlich überflüssig macht, solange diese aus Mangel an positiven Erfahrungen pauschal angezweifelt beziehungsweise abgelehnt wird – wie viel schöner könnten E-Books sein, wenn es einen regelmäßigen Austausch über typografische Ideale und technische Möglichkeiten gäbe?18

4.3.4 Responsive Typography

Bereits zu Zeiten des Bleisatzes existierten verschiedene, optische Schriftgrößen eines Schnittes mit variierender, hinsichtlich der Buchstabenform und Strichstärke leicht angepasster Gestaltung, beispielsweise eine dünner geschnittene, weil ohnehin größer und sichtbarer abgebildete Entwurfsgröße für Überschriften.19 Die optischen Größen garantierten die optimale Lesbarkeit entsprechend dem zur Verfügung stehenden Raum. Digitalisierte Schriften definieren zwar exakte Konturen der Glyphen, allerdings keine größenabhängigen Variationen hinsichtlich der Schnitte: Die Schrift wird ausgehend von der üblichen Lesegröße stufenlos vergrößert beziehungsweise verkleinert.20 Da Schrift auf einem Bildschirm erfahrungsgemäß größer dargestellt wird als für das Papier konzipiert, erscheint sie in einem E-Book nie in ihrer ursprünglichen Entwurfsgröße, es sei denn, es handelt sich um eine für das Lesen am Bildschirm gestaltete Schrift.

Gut ausgebaute, digitalisierte Schriftfamilien sind analog zu Zeiten des Bleisatzes mit Alternativgrößen versehen, die für sehr kleine (Caption), normale (Text) und sehr große (Display) Schrift eingesetzt werden und die Qualität des Schriftbildes im Sinne der Lesbarkeit steigern: Für jede individuell gewählte Schriftgröße steht eine optimale Entwurfsgröße bereit. Diese Technologie wird als Responsive Typography bezeichnet und findet bereits im Webdesign Anwendung.21 Technisch ist die automatische Ausgabe solcher Entwurfsgrößen im E-Book bereits heute möglich, unter der Voraussetzung hardwareseitiger Innovationen insbesondere multifunktionaler Endgeräte gehen die Möglichkeiten sogar über die Anpassung an die Bildschirmgröße oder die individuell gewählte Schriftgröße hinaus, wie Atilla Korap andeutet: Mobilgeräte mit Helligkeitssensoren, Bewegungssensoren, sogar die Gesundheitsdaten befinden sich ja auf vielen Geräten – diese Daten könnten alle für die Bestimmung der Typografie behilflich sein.22 Der Verwendung des Responsive Designs sind in E-Books, die in Deutschland zum Kauf angeboten werden, allerdings vertriebsbedingte Grenzen gesetzt, da sein Einsatz Media Queries und entsprechend funktionale Dateiformate voraussetzt, die von Tolino und Amazon bekanntlich nicht unterstützt werden.

Am Beispiel typografischer Aspekte der E-Book-Herstellung offenbart sich erneut eine systemische Abhängigkeit deutschsprachiger Publikumsverlage von weiteren Marktakteuren, zu denen neben den Anbietern professioneller Lesesoftware schließlich auch die Schrifthersteller, beziehungsweise Foundries gehören: Sie behindern die Funktionalität eines E-Books zwar nicht, diktieren dennoch seine ästhetische Ausgestaltung. Oblag die Schriftauswahl in der Buchgestaltung bisher traditionell dem Verlagshersteller und war damit Teil der Komponente Inhalt, entscheidet derzeit der Leser mithilfe der verwendeten Software über das spätere Schriftbild. Außerdem werden die verbleibenden Optimierungsmöglichkeiten durch Hindernisse wie utopische Vertragsforderungen im Bereich ausgabengebundener Lizenzen oder technischer Unzulänglichkeit wie die mangelhafte Implementierung von Media Queries im Falle der Responsive Typography erheblich erschwert. Das bereits erwähnte Frustrations- und Resignationspotential unter Herstellern deutschsprachiger Publikumsverlagen ist angesichts dieser Bedingungen durchaus nachvollziehbar.


  1. Vgl. de Jong & Forssman: Detailtypografie. Seite 54. ↩︎
  2. Turtschi, Ralf 2014: «Ein Schriftangebot wie aus dem Brockenhaus». http://www.tagesanzeiger.ch/digital/Ein-Schriftangebot-wie-aus-dem-Brockenhaus/story/16851226 ↩︎
  3. Vgl. Rausch, Frank 2016: Interview am 15.10.2016. (Siehe Anhang) ↩︎
  4. Vgl. Bitkom 2016. Aus welchen der folgenden Gründe lesen Sie E-Books?. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/474054/umfrage/gruende-fuer-das-lesen-von-e-books/ ↩︎
  5. Forssman & Willberg: Lesetypografie. Seite 72. ↩︎
  6. Vgl. Rausch: Interview am 15.10.2016. ↩︎
  7. Vgl. Rausch: Interview am 15.10.2016. ↩︎
  8. Kern: Interview am 12.10.2016. ↩︎
  9. Rausch: Interview am 15.10.2016. ↩︎
  10. Vgl. Kern: Interview am 12.10.2016. ↩︎
  11. Vgl. Korap: Interview am 31.10.2016. ↩︎
  12. Vgl. Google Noto Fonts 2016: Beautiful and free fonts for all languages. https://www.google.com/get/noto/ ↩︎
  13. Vgl. Rausch: Interview am 15.10.2016. ↩︎
  14. Vgl. Korap: Interview am 31.10.2016. ↩︎
  15. Kern: Interview am 12.10.2016. ↩︎
  16. Siehe Anhang 2, Frage 14. Warum wird dem E-Book keine individuelle Schrift mitgegeben? ↩︎
  17. Vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Umsatzanteil von E-Books im Publikumsmarkt in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2016. ↩︎
  18. Frohmann: Dies ist keine Polemik. Eine neue Version von ‘Dies ist kein Hipstergelalle’. ↩︎
  19. Vgl. Korap: Interview am 31.10.2016. ↩︎
  20. Vgl. de Jong & Forssman: Detailtypografie. Seite 82. ↩︎
  21. Vgl. Santa Maria: Webtypografie. ↩︎
  22. Korap: Interview am 31.10.2016. ↩︎

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.